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        Kath. Familienzentrum und Kindertagesstätte

Methodische Konzepte

In unserer Arbeit lehnen wir uns an verschiedene methodische Konzepte an (ausführliche Erklärungen siehe Anhang).

  1. Situationsorientierter Ansatz
  2. Reggio – Pädagogik“

 Der Inhalt dieser Ansätze ist für die Erreichung unserer Ziele wichtig, frei nach dem Motto von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

 Die Auflösung der einzelnen Gruppen befürworten wir nicht, da wir glauben, dass vor allem die jüngeren Kinder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe und zu einer Bezugsperson brauchen, um sich wohl zu fühlen. Auch für die Eltern finden wir es wichtig, zu wissen wer für sie der Ansprechpartner ist. Selbstverständlich können sich die Kinder während der Freispielphase im gesamten Kindergarten bewegen und auch andere Gruppen „besuchen“. Außerdem steht ihnen die Halle und auch schon früh an den Vormittagen der Spielplatz zur Verfügung.

Wir wollen unserer Zielsetzung gerecht werden durch:

  • eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit,

  • das Ernstnehmen des Kindes und das Eingehen auf seine Fragen und Interessen,

  • durch das Zusammenleben in altersgemischten Gruppen,

  • intensive Kontakte mit den Eltern der Kinder,

  • zweckentsprechende Ausstattung der Räume und Außenanlagen,

  • ausreichendes Angebot an Materialien aller Art,

  • differenzierte Gruppenarbeit,

  • angemessene Raumgestaltung,

  • Teilnahme am Gemeindeleben,

  • Einteilung des Tagesablaufes entsprechend den kindlichen Bedürfnissen,

  • spielerisches Lernen,

  • das Erzieherverhalten,

  • Berücksichtigung der Lebenssituation jedes einzelnen Kindes (sozio-kultureller Hintergrund, Entwicklung, Lernvoraussetzung),

  • gezielte Sprachförderung,

  • vielfältige Anregungen und Möglichkeiten, Erfahrungen zu machen, d.h.

  • Berücksichtigung aller Bildungsbereiche.

Beschreibung methodischer Konzepte

1.  Situationsorientierter Ansatz

Im situationsorientierten Ansatz wird durch das Beobachten der Kinder deutlich, wo die momentanen Interessen liegen. Anhand dieser Erkenntnisse werden die Themen für die nächste Zeit geplant und, wenn möglich, umgesetzt.

Arbeitsweise und Arbeitsverständnis der Erzieher:

  • Sie wenden sich den gegenwärtigen Lebenssituationen und Erlebnissen der Kinder- und wenn möglich auch der Eltern – zu.

  • Sie unterstützen die Selbständigkeit der Kinder und möchten deren Selbstwertgefühl durch Eigenaktivitäten fördern.

  • Sie lehnen künstliche, idealtypisch hergestellte Arbeitssituationen für die Kinder ab.

  • Sie suchen mit den Kindern reale Situationen, die aufgegriffen werden (können).

  • Funktionsorientiertem Leistungstraining wird keine Bedeutung beigemessen.

  • Sie richten sich nicht nach Erwachsenenwünschen sondern nach den Interessen der Kinder.

  • Kurzfristige, aufgesetzte Lernziele und Erfolge haben keine Chance.

  • Sie ermöglichen den Kindern viele neue Erfahrungen.

  • Problemlösungen werden mit den Kindern erarbeitet. Es werden möglichst keine Handlungsanweisungen vorgegeben.

  • Kinder mit besonderen Problemen oder ungewöhnlichen Verhaltensweisen werden integriert und nicht ausgesondert.

  • Sie lassen Vielfalt und Unterschiedlichkeit zur Realität werden.

Es sollte selbstverständlich sein, dass sich jede Arbeit mit Kindern an den realen Gegebenheiten ihres Aufwachsens und ihrer Entwicklung zu orientieren hat. 

2. Reggio – Pädagogik

Die Reggio – Pädagogik muss verstanden werden als eine Pädagogik des Dialoges zwischen Erwachsenen und Kindern.

Die Auseinandersetzung um die „höheren“ Ziele der Kindererziehung begann in Reggio Emilia, einem Ort in Italien, unmittelbar nach dem Krieg, als beim Aufbau des ersten Volkskindergartens Eltern und Erzieher die Frage: „Wohin wollen wir unsere Kinder erziehen?“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellten. 1945 ging es darum, dem vom Faschismus bestimmten Vorschulwesen eine Erziehung zur Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität entgegenzusetzen, um über den Weg einer neuen Kindererziehung zum Aufbau einer neuen Gesellschaft beizutragen.

Wie 1945 werden auch heute noch die Krippen, Kindergärten und Tagesstätten von Eltern, Erzieherinnen und Bürgern gemeinsam geleitet. Diese Kollektive Leitungsform entspricht der Struktur eines demokratischen Erziehungswesens.

In ihrer Philosophie gründet die Reggio – Pädagogik auf die Bewegung aller Dinge und Verhältnisse. Innerhalb dieser Bewegung nehmen Menschen mit ihren gemeinsamen Erfahrungen und Handlungen eine zentrale Stelle ein. Sie sind gestaltende und prozesshaft sich entwickelnde Subjekte im dialogischen Austausch miteinander sowie mit Dingen und Verhältnissen. Deshalb beschreiben die Pädagogen in Reggio ihre Arbeit als eine Pädagogik des Werdens.

Das Kind wird in der Reggio – Pädagogik von Anfang an als stark und nicht als schwach angesehen, es kommuniziert mit Personen und Dingen seiner Umwelt und ist nicht passiv und unfähig.

Da in Reggio den Kindern die Fähigkeit und das Recht zuerkannt werden, intensiv wahrzunehmen, daraus Deutungen und den Anspruch nach Ausdruck zu entwickeln, sind die Erwachsenen einer aufsuchenden, erkennenden, respektierenden und vermittelnden Pädagogik verpflichtet.

In Reggio Emilia sind die Kindergärten keine Schutzzonen, keine Ausstellungshallen oder Lernfabriken, sondern Kommunikations- und Erfahrungsstätten, die alle Beteiligten und deren Alltag mit einbeziehen.

Wichtigster Aspekt der Aufgaben von Erzieherinnen ist das Sich-Zeit-Nehmen. Jedes Problem, jede Frage verdient Respekt und Beachtung. Es gibt dafür keine vorgesehenen Lerntempi und Ergebnisse.

... und manchmal brauche ich Zeit, um mich etwas auszuruhen.

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